Foursquare für Privatpersonen

Zugegeben man erntet durchaus Stirnrunzeln sobald jemand, wenn er an einem Ort angekommen ist das Smartphone zückt, eincheckt, Bilder macht, Listen erstellt oder nachschaut wer sich in der näheren Umgebung aufhält. Es scheint die Mischung aus der Jagd nach Punkten und Mayorships und der Belohnung durch Badges kombiniert mit Tipps und Empfehlungen anderer User zu sein, die Spaß vermittelt.

Diese Leidenschaft teilen in Deutschland ca. 500.000 Foursquare User. ( www.allesfoursquare.de)  Weltweit sind es rund vierzig Millionen, die der Community bislang rund 4,5 Milliarden Check Ins beschert haben (Quelle www.foursqaure.com). Nimmt man noch die Tipps und Empfehlungen dazu, so besitzt Foursquare eine Vielzahl an persönlichen Daten, die für Dritte zugänglich gemacht und monetarisiert werden können.

Rund um den Dienst hat sich in den letzten Jahren eine ganze Branche entwickelt. Mehr als 500 Apps greifen über die Foursquare API auf die Daten zu. Check Ins und Empfehlungen lassen sich auf vielfältige Weise nutzen und der Phantasie sind praktisch keine Grenzen gesetzt.

Der Blog Das Nuf Advanced regt bespw. an, den gemeinsamen Spielplatzbesuch aller Mütter mittels Foursquare zu koordinieren. Wunderbar ist auch die Ehemannerinnerungsfunktion, zumindest aus der Sicht der Gattinnen.

Karsten Sauer hat in seinem Blog Sauerstoff sehr anschaulich beschrieben, wie ihm Foursquare dabei hilft , den Kontakt zu seinen Freunden immer aktuell zu halten.

Das sind nur zwei Beispiele von vielen die zeigen, wie interessant Foursquare für den Einzelnen sein kann.

Im Blog indanett.de findet sich ein eher nachdenklicher Artikel über CheckIns, die Jagd nach Badges und Mayorships.

Was sind die Herausforderungen im Verhältnis Nutzer / Foursquare

  • Foursquare langfristig zu nutzen erfordert Disziplin. Sowohl für User als auch Unternehmen zählen auf lange Sicht weniger die absolute Anzahl der Check Ins als viel mehr deren Qualität. Es wird mit der Zeit sinnlos, jede Straßenkreuzung, jedes Restaurant oder jeden Bahnhof als CheckIn anzugeben, nur weil man einfach schnell daran vorbeifährt und einen Badge oder ein Mayorship mitnehmen möchte.
  • Im Vergleich zu den USA, wo die Monetarisierung und kommerzielle Nutzung von Foursquare viel weiter fortgeschritten ist, hat Deutschland noch erheblichen Nachholbedarf. Erst wenn auch in Deutschland in großer Zahl Unternehmen für Mayorships und Check Ins neben Badges auch Freigetränke, Tischreservierungen oder Rabatte anbieten generiert 4sq einen Mehrweit über die Spielkomponente hinaus. Wichtig dabei wird sein, dass nicht nur, wie derzeit Konzerne oder Ketten wie Mc Donalds, Vapiano, Deutsche Bahn mitmachen, sondern vor allem lokale Unternehmen das Angebot nutzen4sq tm
  • Zu guter Letzt das große Thema Datenschutz. Auch wenn Foursquare in Sachen Datenschutz deutlich mehr zu bieten hat als Facebook, hinterlassen wir mit jedem CheckIn freiwillig einen digitalen Fingerabdruck, der zu einem Bewegungsprofil zusammengesetzt werden kann. Wie dieses aussieht verrät Foursquare Time Machine.  Die Anwendung Time Machine ist eine Zeitreise in den eigenen Foursquare Check-Ins. Die optische Aufmachung ist professionell und man klickt sich durch seine eigene digitale Vergangenheit. Zusätzlich erstellt Foursquare eine Infografik  zur Art der eigenen Check-Ins, der am meisten besuchten Orte, Städte und Plätze. War man häufiger Kaffee oder Bier trinken? War man häufiger mit dem Zug oder mit dem Flugzeug unterwegs?4sq stat

Fazit: Foursquare hat das Potential zur Nummer 1 unter den ortsbasierten Diensten. In den USA wird dies bereits sehr deutlich. Um in Deutschland auf Dauer mehr als ein digitales Taschenbuch oder Reiseführer zu sein, bedarf es uch in 2013 noch einer Menge Arbeit für Unternehmen und Community. Erst die sinnvolle Kombination von Check Ins, Empfehlungen und Listen mit Sales- und Marketingaktionen der Wirtschaft werden aus Foursquare auf lange Sicht eine für beide Seiten gewinnbringende Erfolgsstory machen.

 

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